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Für alle, die am Sonntag etwas Besseres zu tun hatten, hier noch einmal zum Nach-Sehen: (1 week ago)

Hotel-Kritik: La Maison, München

Datum: 05. Juli 2010
Art des Aufenthalts: geschäftlich

1. Anfahrt, Ausschilderung, Parkplatz

lamaison muc Hotel Kritik: La Maison, München
Hotel “La Maison” (München)

Das “La Maison” befindet sich rund 500 Meter entfernt vom U-Bahnhof Münchner Freiheit, direkt im Kiez um die Leopoldstraße herum. Wenn (wie in anderen Städten üblich) Straßenschilder vorhanden wären, hätte ich innerhalb von fünf Minuten von der U-Bahn am Hotel sein können. So habe ich mich im Laufe einer Viertelstunde vorgearbeitet und das La Maison schließlich gefunden.

Da das Hotel in einer Straße mit Wohnhäusern, Restaurants und Bars liegt, gibt es keine Parkplätze vor der Tür. Hinter dem Haus befindet sich ein Parkhaus, das 24h geöffnet hat. Dazu später mehr …

2. Erster Eindruck (außen, innen)

Nach außen wirkt das “La Maison” unscheinbar. Es ist ein Haus wie jedes andere in der Occamstraße auch, nur das Erdgeschoss ist großzügig verglast und bietet einen Einblick in die Lobby und das Restaurant.

Da es Anfang Juli sehr warm war, war die Glasfront weitgehend geöffnet und ich wurde von einem künstlichen Vogelgezwitscher empfangen. Die Gestaltung und die Einrichtung der Lobby ist auf den ersten Blick “anders”. Sofas und Stühle in einer Mischung aus dem Plüsch französischer Königshöfe, mit einem Touch Plastik. Auf mich wirkte die Anmutung ein wenig wie aus einem Rahaus-Möbelprospekt. Nicht wirklich stilvoll, aber keineswegs unangenehm.

3. Empfang, Rezeption, Check-In

Der Empfang war unkompliziert. Ich nannte meinen Namen, wurde willkommen geheißen, unterschrieb das vorbereitete Gästeformular und bekam meinen Zimmerschlüssel. Da ich bei der Online-Reservierung um ein möglichst großes und ruhiges Zimmer mit Blick zum Englischen Garten gebeten hatte, sparte ich mir die nochmalige Nachfrage dazu.

4. Zimmer (Größe, Ausstattung, Sauberkeit)

Mein Zimmer lag im zweiten Stock und war schnell gefunden. Nachdem ich die Tür aufgeschlossen hatte, stand ich erst einmal im Dunkeln. Der beleuchtete Hauptschalter ließ sich erst nach mehrmaligem Drücken dazu bewegen, die elektrischen Leitungen mit Strom zu versorgen. Als das Licht schließlich anging, ging meine gute Laune aus. Ich stand in einem ungefähr 2,5 x 7 m großen Zimmer. Die Raumtemperatur betrug (gefühlt) knapp 30°C mit dschungelartiger Luftfeuchtigkeit, die offensichtlich vom schlecht belüftbaren Bad kam.

Der Eingangsbereich war schwarz gefliest, schwarze Wände, schwarze Decke. Ebenso das Bad. Im Schlafbereich wurden die Fliesen von Holzdielen abgelöst, was ich persönlich sehr schätze. Schließlich möchte ich mein Zimmer alleine bewohnen und da bin ich mir bei manchem Hotelteppichboden nicht so sicher …

Die spärliche Einrichtung, durchweg in schwarzem Holzfurnier gehalten, hatte ihre besten Tage bereits hinter sich, überall waren Schrammen und Abplatzer zu sehen, die Fußleiste war mit schwarzem Klebeband großflächig “repariert”.

Ein französisches Bett, ein kleiner Flachbild-Fernseher und eine Art DVD-Player gehörten zur technischen Ausstattung.

Ich begann, meinen Koffer auszupacken und suchte nach dem Schrank, um meine Hemden und Anzüge aufzuhängen. Fehlanzeige – es gab keinen Schrank! Moment, ganz stimmt das nicht, da war eine Schranktür. Hinter dieser verbarg sich jedoch die Minibar und der Safe. Darüber war zwar eine Kleiderstange mit einigen Bügeln und ca. 50 cm Platz darunter. Für die Hemden eines 8-Jährigen durchaus geeignet.

Also hängte ich sämtliche Kleidungsstücke an zwei Haken, mitten im Raum. Sah super aus.

Nun wollte ich das Fenster öffnen, um ein wenig kühlere Abendluft hereinzulassen und den Blick auf den Park genießen. Das Fenster ging auch auf, nur an Stelle des Englischen Gartens erwartete mich ein Parkhaus unmittelbar vor dem französischen Balkon! Das Parkhaus diente als Wechsel- und Parkstation für Taxis, so dass während der gesamten Nacht ein ständiges Kommen und Fahren stattfand.

Gegen Morgen stieg der Lärmpegel durch ein- und ausfahrende Autos weiter an, ein Müllfahrzeug sorgte schließlich dafür, dass ich meine “Nachtruhe” vorzeitig abbrach und mich in die winzige Dusche stellte. Gerade rechtzeitig, denn plötzlich begann eine ganz andere Geräuschkulisse. Auch direkt hinter dem Hotel befanden sich zwei Sportplätze, die offensichtlich zu Grundschulen gehörten. Pünktlich um 8:00 Uhr begann der Sportunterricht mit Johlen, Kreischen, Anfeuern und – Vuvuzela, alles gemeinsam in infernalischer Lautstärke.

Da ich selber Kinder habe, würde mir nicht im Traum einfallen, mich über Kinderlärm aufzuregen. Von einem Hotel erwarte ich, mich als Gast vorher darauf aufmerksam zu machen. Ohne Diskussion.

Zimmer und Bad waren sauber, vermittelten durch den etwas abgerockten Gesamtzustand jedoch einen leicht schmuddeligen Eindruck.

5. Bistro, Bar, Restaurant

Ich habe das Restaurant nur zum Frühstück besucht und war dort alleine. Das Büffet ist Standard, es gibt verschiedene Brötchen (auch sehr schmackhafte Mehrkorn- und Laugenbrötchen), Brot diversen Aufschnitt, ungekühlten Lachs, Marmeladen, Müsli etc.

Das Rührei wurde für mich zubereitet und hätte gut eine Minute eher die Pfanne verlassen können. Die Servicekraft bemühte sich jedoch im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

6. Einrichtungen (W-LAN, Wellness etc.)

Ein W-LAN war vorhanden, kostete jedoch 5,00 Euro. Auf meine Anregung, die W-LAN-Nutzung in den Zimmerpreis (132,00 Euro für ein Einzelzimmer) zu inkludieren, bekam ich zur Antwort, das würde man nicht machen. Aus die Maus.
Auch eine Art, auf kommunizierte Bedürfnisse von Gästen zu reagieren …

Ich staune jedes Mal wieder über die Realitätsferne mancher Hotels. Stellt ein kostenfreies oder kostenpflichtiges W-LAN doch (sicher nicht nur für mich) ein wichtiges Kriterium für eine mögliche Wiederkehr dar.

7. Ambiente

Das Ambiente im Hotel war nett, erinnerte mich persönlich jedoch zu stark an den Versuch, einem Möbelhausprospekt nachzueifern. Die Mixtur aus Plüsch und Plastik, schwarzen Möbeln und verzweifeltem Lounge-Stil wirkte auf mich mehr bemüht als stilvoll oder gar gemütlich. Aber das ist ja Geschmackssache.

8. Service

Der Service an der Rezeption war schnodderig, im Restaurant freundlich bemüht. Von gastronomischer Herzlichkeit jedoch keine Spur (vergl. Hotelkritik “Merit”, Stuttgart)

9. Fazit (Preis-/Leistungsverhältnis, Wohlfühlfaktor)

Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt an keiner Stelle. Abgesehen von der wirklich zentralen Lage des Hotels an der Münchner Freiheit gibt es keinen Pluspunkt.

Wohlfühlen bedeutet für mich in einem Hotel, das Gefühl zu haben, willkommen zu sein. Dieses Gefühlt stellte sich im La Maison nicht ein. Gar nicht.

Habe ich mich wohlgefühlt? Ging so.
Würde ich  wiederkommen? Nein, es gibt bessere Alternativen.
Würde ich es weiterempfehlen? Nein.

10. Bewertung insgesamt:
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Website des Hotels: www.hotel-la-maison.com

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